Nutzungsbedingungen (AGB)

Stand: 01.04.2026

Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (nachfolgend „AGB") gelten für die Nutzung der Plattform „Spracho" (erreichbar unter https://spracho.de), einer Vermittlungsplattform für Dolmetschleistungen. Vertragspartner der über die Plattform vermittelten Dienstleistungen sind ausschließlich Kundinnen und Kunden sowie Dolmetscherinnen und Dolmetscher (zusammen „Nutzer"). Der Plattformbetreiber (nachfolgend „Spracho" oder „wir") ist:

Jasser Seyam
Spracho – Dolmetscher-Vermittlungsplattform
Einzelunternehmer (Gewerbebetrieb)
Donnerschweer Str. 158, 26123 Oldenburg, Deutschland
E-Mail: support@spracho.de
Telefon: +49 172 8198349

§ 1 – Geltungsbereich und Rolle von Spracho (Vermittlerstatus)

Spracho ist ausschließlich Vermittler.

1.1 Spracho betreibt eine rein technische Vermittlungsplattform (IT-Infrastruktur), die Kunden und selbstständige Dolmetscher zusammenführt. Spracho stellt Funktionen zur Suche, Anfrage, Buchung, Kommunikation sowie zur Zahlungsabwicklung der Plattformgebühr über einen externen Zahlungsdienstleister bereit. Die Bezahlung der eigentlichen Dolmetscherleistung erfolgt direkt zwischen Kunde und Dolmetscher.

1.2 Spracho ist weder Arbeitgeber noch Auftraggeber der Dolmetscher. Es besteht kein Arbeitsverhältnis, kein arbeitnehmerähnliches Verhältnis und keine Weisungsbefugnis zwischen Spracho und den auf der Plattform registrierten Dolmetschern. Die Dolmetscher sind freie, selbstständige Dienstleister, die:

  • ihre Aufträge eigenverantwortlich annehmen oder ablehnen,
  • ihre Preise (Stundensätze) selbst und ohne Vorgabe durch Spracho festlegen,
  • ihre Arbeitszeiten, ihren Arbeitsort und ihre Verfügbarkeit frei bestimmen,
  • keiner Exklusivitätspflicht gegenüber Spracho unterliegen und jederzeit für andere Plattformen, Auftraggeber oder in eigener Akquise tätig sein dürfen,
  • keine Arbeitsmittel, Schulungen oder Weisungen von Spracho erhalten,
  • für eigene Betriebsmittel (z. B. Smartphone, Fahrtkosten, Berufskleidung) selbst verantwortlich sind,
  • keinen festen Dienstplan einhalten müssen und keine Mindestanzahl an Aufträgen annehmen müssen.

1.3 Spracho wird nicht Partei der zwischen den Nutzern geschlossenen Verträge und schuldet weder die Durchführung noch die Qualität der vermittelten Dolmetschleistungen. Die vertragliche Beziehung (und die damit verbundene Zahlungsverpflichtung für das Dolmetscherhonorar) entsteht ausschließlich zwischen Kunde und Dolmetscher.

1.4 Hinweis zur Umsatzsteuer (§ 19 UStG): Spracho wird als Kleinunternehmer im Sinne des § 19 Abs. 1 UStG geführt. Auf die von Spracho erhobene Plattformgebühr wird daher keine Umsatzsteuer erhoben und ausgewiesen.

§ 2 – Registrierung und Konten

2.1 Die Nutzung bestimmter Funktionen der Plattform (insbesondere Buchungen und Angebotseinstellung) setzt eine Registrierung voraus. Die Registrierung steht nur natürlichen Personen ab Vollendung des 18. Lebensjahres (volle Geschäftsfähigkeit gemäß § 2 BGB) offen.

2.2 Bei der Registrierung sind wahrheitsgemäße und vollständige Angaben zu machen. Die ausdrückliche Zustimmung zu diesen AGB sowie zur Datenschutzerklärung ist Voraussetzung der Registrierung. Diese Zustimmung erfolgt durch aktives Ankreuzen der entsprechenden Checkbox im Registrierungsformular.

2.3 Ein Konto ist nicht übertragbar. Jeder Nutzer darf nur ein Konto führen. Zugangsdaten sind geheim zu halten und vor dem Zugriff Dritter zu schützen. Jeder Verdacht auf unbefugte Nutzung ist unverzüglich an support@spracho.de zu melden.

2.4 Dolmetscher verpflichten sich, nur echte Profile mit korrekten Qualifikations-, Sprach- und Verfügbarkeitsangaben zu führen. Profilfotos dürfen keine Rechte Dritter verletzen und müssen die registrierte Person zeigen.

2.5 Spracho behält sich vor, Registrierungen ohne Angabe von Gründen abzulehnen.

§ 3 – Profilangaben und Sichtbarkeit (Datenschutz durch Technik)

3.1 Dolmetscher können Profile anlegen, die unter anderem Name, Foto, Sprachen, Verfügbarkeit, Stadt und Stundensatz enthalten. Diese Informationen werden Kunden angezeigt, um Buchungen zu ermöglichen.

Mehrstufiges Sichtbarkeitsmodell:

  • Suchergebnisse: Der Name des Dolmetschers wird abgekürzt dargestellt (z. B. „Anna M."). Vollständige Nachnamen werden nicht öffentlich angezeigt.
  • Offene Anfragen: Der Dolmetscher sieht Termindetails (Stadt, Einrichtung, Thema); der Name des Kunden bleibt maskiert („Verdeckt").
  • Angenommene Buchungen: Beide Parteien sehen gegenseitig Vorname und abgekürzten Nachnamen sowie die genaue Treffpunktadresse und Kontaktdaten (E-Mail, ggf. Telefon), soweit für die Durchführung erforderlich.

3.2 Kunden übermitteln für Anfragen die notwendigen Daten (z. B. Name, Kontakt, Termin, Treffpunkt, Thema/Notizen). Diese Daten werden dem ausgewählten Dolmetscher erst nach Annahme der Buchung vollständig zugänglich gemacht.

§ 4 – Vertragsschluss zwischen Kunde und Dolmetscher

4.1 Eine Buchung kommt durch folgendes Verfahren zustande:

  1. Der Kunde stellt eine Buchungsanfrage über die Plattform. Dabei wird ausschließlich die Plattformgebühr (inkl. Transaktionskosten) auf dem Zahlungsmittel des Kunden autorisiert, jedoch noch nicht abgebucht (sogenannte „Vorautorisierung" / Auth & Hold). Das Dolmetscherhonorar ist hiervon nicht umfasst.
  2. Der Dolmetscher erhält eine Benachrichtigung und kann die Anfrage annehmen oder ablehnen.
  3. Mit Annahme durch den Dolmetscher kommt der Vertrag über die Dolmetschleistung zwischen Kunde und Dolmetscher zustande. Die autorisierte Plattformgebühr wird in diesem Moment abgebucht.

4.2 Der konkrete Leistungsumfang (Datum, Uhrzeit, Ort, Dauer, Honorar) ergibt sich aus der Buchungsbestätigung.

4.3 Automatischer Ablauf (Auto-Expiry):

Reagiert der Dolmetscher nicht innerhalb von 12 Stunden auf eine Buchungsanfrage (bei dringenden Terminen: 2 Stunden), verfällt die Anfrage automatisch. Die Vorautorisierung der Plattformgebühr wird in diesem Fall automatisch aufgehoben — es entstehen keine Kosten für den Kunden.

§ 5 – Preise, Gebühren und Zahlungen

5.1 Dolmetscherhonorar (Direktzahlung vor Ort)

Das Honorar des Dolmetschers ergibt sich aus dem im Profil angegebenen Stundensatz multipliziert mit der vereinbarten Dauer. Die Höhe des Honorars wird ausschließlich vom Dolmetscher festgelegt. Wichtig: Das Dolmetscherhonorar wird nicht über die Plattform abgewickelt. Der Kunde zahlt diesen Betrag nach erbrachter Leistung direkt an den Dolmetscher (z. B. in bar vor Ort oder wie zwischen den Parteien individuell vereinbart).

5.2 Plattformgebühr (Vermittlungsprovision)

Für die erfolgreiche Vermittlung erhebt Spracho vom Kunden eine Plattformgebühr. Diese beträgt derzeit 25 % des kalkulierten Dolmetscherhonorars. Diese Gebühr wird bei Annahme der Buchung durch den Dolmetscher fällig und über die Plattform abgebucht. Auf die Plattformgebühr wird gemäß § 19 Abs. 1 UStG keine Umsatzsteuer erhoben (Kleinunternehmerregelung).

5.3 Transaktionskosten (Zahlungsdienstleister)

Die Zahlungsabwicklung der Plattformgebühr erfolgt über den externen Zahlungsdienstleister Stripe, Inc. Die dabei anfallenden Transaktionskosten (derzeit 2,9 % der Plattformgebühr zzgl. 0,25 EUR pro Transaktion) werden dem Kunden beim Checkout transparent ausgewiesen und der Plattformgebühr hinzugerechnet.

5.4 Gesamtbetrag und Berechnungsbeispiel

Die Zahlungsströme trennen sich wie folgt:

  • Zahlung an Spracho (Online): Plattformgebühr + Transaktionskosten
  • Zahlung an den Dolmetscher (Vor Ort): Dolmetscherhonorar (Stundensatz × Dauer)

Beispiel: Bei einem Stundensatz von 40 EUR und einer Dauer von 2 Stunden beträgt das Dolmetscherhonorar 80 EUR. Dieses zahlt der Kunde direkt an den Dolmetscher. Die Plattformgebühr beträgt 20 EUR (25 % von 80 EUR). Zzgl. ca. 0,83 EUR Transaktionskosten zahlt der Kunde bei der Buchung online ca. 20,83 EUR an Spracho.

5.5 Umsatzsteuerhinweis

Spracho ist Kleinunternehmer im Sinne des § 19 Abs. 1 UStG. Auf der Rechnung von Spracho über die Plattformgebühr wird daher keine Umsatzsteuer ausgewiesen („Kein Ausweis von Umsatzsteuer gemäß § 19 UStG"). Für die Rechnungstellung des Dolmetscherhonorars ist ausschließlich der Dolmetscher verantwortlich.

5.6 Zahlungsabwicklung (Stripe)

Die Abbuchung der Plattformgebühr wird über Stripe abgewickelt. Spracho speichert keine vollständigen Zahlungsdaten (wie Kreditkartennummern). Bei einer rechtzeitigen Stornierung gemäß § 6 erfolgt die Rückerstattung der Plattformgebühr automatisch über dasselbe Zahlungsmittel.

§ 6 – Stornierungen und Rückerstattungen

6.1 Stornierung durch den Kunden:

6.2 Stornierung/Ablehnung durch den Dolmetscher:

Bei Ablehnung einer Anfrage oder Stornierung einer bereits bestätigten Buchung durch den Dolmetscher erhält der Kunde stets eine vollständige Rückerstattung der abgebuchten Plattformgebühr.

6.3 Automatischer Ablauf:

Bei automatischem Ablauf einer Buchungsanfrage (§ 4 Abs. 3) wird die Vorautorisierung der Plattformgebühr automatisch aufgehoben. Es entstehen keine Kosten für den Kunden.

6.4 Gesetzliche Rechte (z. B. bei Mängeln nach §§ 280 ff. BGB) bleiben unberührt.

§ 7 – Widerrufsbelehrung für Verbraucher

Widerrufsrecht

Sie haben das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen. Die Widerrufsfrist beträgt vierzehn Tage ab dem Tag des Vertragsschlusses.

Um Ihr Widerrufsrecht auszuüben, müssen Sie uns (Jasser Seyam, Donnerschweer Str. 158, 26123 Oldenburg, E-Mail: support@spracho.de, Telefon: +49 172 8198349) mittels einer eindeutigen Erklärung (z. B. ein mit der Post versandter Brief oder E-Mail) über Ihren Entschluss, diesen Vertrag zu widerrufen, informieren. Sie können dafür das beigefügte Muster-Widerrufsformular verwenden, das jedoch nicht vorgeschrieben ist.

Zur Wahrung der Widerrufsfrist reicht es aus, dass Sie die Mitteilung über die Ausübung des Widerrufsrechts vor Ablauf der Widerrufsfrist absenden.

Folgen des Widerrufs

Wenn Sie diesen Vertrag widerrufen, haben wir Ihnen alle Zahlungen, die wir von Ihnen erhalten haben, unverzüglich und spätestens binnen vierzehn Tagen ab dem Tag zurückzuzahlen, an dem die Mitteilung über Ihren Widerruf dieses Vertrags bei uns eingegangen ist. Für diese Rückzahlung verwenden wir dasselbe Zahlungsmittel, das Sie bei der ursprünglichen Transaktion eingesetzt haben, es sei denn, mit Ihnen wurde ausdrücklich etwas anderes vereinbart; in keinem Fall werden Ihnen wegen dieser Rückzahlung Entgelte berechnet.

Vorzeitiges Erlöschen des Widerrufsrechts

Das Widerrufsrecht erlischt bei einem Vertrag zur Erbringung von Dienstleistungen vorzeitig, wenn Spracho die Dienstleistung (Vermittlung) vollständig erbracht hat und mit der Ausführung der Dienstleistung erst begonnen hat, nachdem Sie dazu Ihre ausdrückliche Zustimmung gegeben haben und gleichzeitig Ihre Kenntnis davon bestätigt haben, dass Sie Ihr Widerrufsrecht bei vollständiger Vertragserfüllung verlieren (§ 356 Abs. 4 BGB).

Die Vermittlungsleistung von Spracho gilt als vollständig erbracht, sobald der Dolmetscher die Buchungsanfrage annimmt.

Muster-Widerrufsformular

(Wenn Sie den Vertrag widerrufen wollen, dann füllen Sie bitte dieses Formular aus und senden Sie es zurück.)

  • An: Jasser Seyam, Donnerschweer Str. 158, 26123 Oldenburg, E-Mail: support@spracho.de
  • Hiermit widerrufe(n) ich/wir (*) den von mir/uns (*) abgeschlossenen Vertrag über die Erbringung der folgenden Dienstleistung: ___
  • Bestellt am (*) / erhalten am (*): ___
  • Name des/der Verbraucher(s): ___
  • Anschrift des/der Verbraucher(s): ___
  • Unterschrift des/der Verbraucher(s) (nur bei Mitteilung auf Papier): ___
  • Datum: ___

(*) Unzutreffendes streichen.

§ 8 – Abrechnung zwischen Kunde und Dolmetscher

8.1 Da Spracho ausschließlich die Plattformgebühr über die Website abrechnet, erfolgt die Bezahlung des eigentlichen Dolmetscherhonorars direkt zwischen dem Kunden und dem Dolmetscher. Die Parteien vereinbaren die Zahlungsmethode (z. B. Barzahlung nach dem Termin) eigenständig.

8.2 Spracho übernimmt keine Haftung für unbezahlte Dolmetscherhonorare. Spracho ist kein Inkassodienstleister und nicht verpflichtet, ausstehende Zahlungen des Kunden an den Dolmetscher einzufordern oder durchzusetzen. Das wirtschaftliche Risiko für das Dolmetscherhonorar (Zahlungsausfall) trägt allein der Dolmetscher.

8.3 Der Dolmetscher ist als selbstständiger Dienstleister eigenverantwortlich dafür zuständig, dem Kunden auf Wunsch eine ordnungsgemäße und rechtskonforme Rechnung über das Dolmetscherhonorar auszustellen. Spracho stellt dem Kunden lediglich eine Quittung/Rechnung über die erhobene Plattformgebühr aus.

§ 9 – Steuerliche Eigenverantwortung, Selbstständigkeit und Freistellung (Scheinselbstständigkeit)

9.1 Selbstständiger Status der Dolmetscher

Dolmetscher sind selbstständige Freiberufler oder Gewerbetreibende. Sie sind allein verantwortlich für die ordnungsgemäße Anmeldung ihrer Tätigkeit beim zuständigen Finanzamt, die Erklärung und Abführung sämtlicher Steuern (insbesondere Einkommensteuer, ggf. Umsatzsteuer, Gewerbesteuer) sowie die Einhaltung sozialversicherungsrechtlicher Pflichten.

9.2 Keine Arbeitgeberpflichten von Spracho

Spracho übernimmt keinerlei Haftung für steuerliche Pflichten der Dolmetscher. Spracho führt keine Lohnsteuer, Sozialabgaben oder sonstigen Abgaben für Dolmetscher ab. Spracho erteilt keine steuerlichen, rechtlichen oder sozialversicherungsrechtlichen Auskünfte.

9.3 Mitteilungspflicht bei Statusänderungen

Dolmetscher sind verpflichtet, Spracho unverzüglich über Änderungen ihres steuerlichen Status (z. B. Kleinunternehmerregelung, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, Aufgabe der Selbstständigkeit) zu informieren.

9.4 Freistellungsklausel (Scheinselbstständigkeit und Sozialversicherung)

Der Dolmetscher stellt Spracho von sämtlichen Ansprüchen Dritter — insbesondere von Nachforderungen der Deutschen Rentenversicherung, gesetzlichen Krankenkassen, Berufsgenossenschaften oder Finanzbehörden — vollumfänglich frei, die darauf beruhen, dass:

  • der Dolmetscher seinen Pflichten als Selbstständiger nicht nachkommt (insbesondere fehlende Gewerbeanmeldung, fehlende Steuererklärungen, fehlende Sozialversicherung),
  • der Status des Dolmetschers als Selbstständiger im Rahmen eines Statusfeststellungsverfahrens (§ 7a SGB IV) oder durch Behörden nachträglich anders beurteilt wird, oder
  • aufgrund des Verhaltens des Dolmetschers (z. B. wirtschaftliche Abhängigkeit von Spracho durch ausschließliche Tätigkeit über die Plattform) der Verdacht einer Scheinselbstständigkeit begründet wird.

Die Freistellung umfasst sämtliche Sozialversicherungsbeiträge (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile), Säumniszuschläge, Zinsen, Bußgelder sowie angemessene Rechtsverteidigungskosten (einschließlich Anwalts- und Gerichtskosten).

9.5 Mitwirkungspflicht des Dolmetschers

Der Dolmetscher ist verpflichtet, Spracho bei der Abwehr solcher Ansprüche zu unterstützen, insbesondere durch Vorlage geeigneter Nachweise über seine Selbstständigkeit (z. B. Gewerbeanmeldung, Steuerbescheide, Nachweis über weitere Auftraggeber, Statusfeststellungsbescheid der DRV). Spracho kann die Vorlage solcher Nachweise bei Registrierung oder auf Anforderung verlangen.

9.6 Hinweis

Spracho empfiehlt Dolmetschern, die ausschließlich oder überwiegend über Spracho tätig sind, eine freiwillige Statusfeststellung bei der Deutschen Rentenversicherung Bund (Clearingstelle, § 7a SGB IV) durchzuführen, um Rechtssicherheit zu erlangen.

§ 10 – In-App-Kommunikation (Chat) und Verbot der Plattformumgehung

10.1 Spracho stellt nach Annahme einer Buchung eine verschlüsselte In-App-Chat-Funktion zur Verfügung. Diese dient ausschließlich der Koordination des konkreten Termins zwischen Kunde und Dolmetscher.

10.2 Sämtliche Chatnachrichten werden vor der Speicherung symmetrisch verschlüsselt (Fernet-Verschlüsselung). Spracho hat keinen Zugriff auf den Klartext der Nachrichten.

10.3 Automatische Löschung: Zur Umsetzung des Grundsatzes der Datenminimierung (Art. 5 Abs. 1 lit. c DSGVO) werden sämtliche Chatnachrichten automatisch und unwiderruflich 2 Tage nach Ende des gebuchten Termins gelöscht. Eine Wiederherstellung ist danach nicht möglich.

10.4 Die Chat-Funktion darf nur für terminbezogene Kommunikation genutzt werden. Es ist untersagt, den Chat für rechtswidrige Inhalte, Belästigungen, Werbung oder die Umgehung der Plattform zu nutzen.

10.5 Verbot der Plattformumgehung (Disintermediation)

(a) Es ist Nutzern ausdrücklich untersagt, über den In-App-Chat, die Buchungsnotizen oder sonstige Plattformfunktionen direkte Kontaktdaten auszutauschen, die dazu dienen, die Zahlungsabwicklung über die Plattform zu umgehen oder künftige Aufträge ohne Nutzung der Plattform abzuwickeln. Dies umfasst insbesondere:

  • Telefonnummern, WhatsApp-Nummern oder sonstige Messenger-Kontaktdaten zum Zweck der Direktbuchung,
  • E-Mail-Adressen für die Direktbuchung außerhalb der Plattform,
  • PayPal-Adressen, Bankverbindungen oder sonstige Zahlungsinformationen für direkte Bezahlung,
  • Links zu externen Buchungsseiten oder Kontaktformularen,
  • Aufforderungen, künftige Aufträge außerhalb von Spracho abzuwickeln.

Die nach Annahme einer Buchung gemäß § 3 freigegebenen Kontaktdaten (Vorname, E-Mail, Telefon) dürfen ausschließlich für die Koordination des konkreten gebuchten Termins verwendet werden.

(b) Vertragsstrafe bei Plattformumgehung:

Für jeden nachgewiesenen Fall der schuldhaften Umgehung der Plattformgebühr — insbesondere durch direkte Kontaktaufnahme, Direktbuchung oder Direktbezahlung nach Kenntnisnahme über die Plattform — verwirkt der Dolmetscher eine Vertragsstrafe in Höhe von 500 EUR (netto) je Verstoß. Diese Vertragsstrafe gilt entsprechend für gewerbliche Kunden.

Gegenüber Verbrauchern gilt die Vertragsstrafe nur, soweit sie im Einzelfall angemessen ist (§ 307 BGB). Verbraucher haben das Recht, die Angemessenheit im Streitfall gerichtlich überprüfen zu lassen.

Die Geltendmachung eines darüber hinausgehenden Schadensersatzes (z. B. entgangene Vermittlungsprovisionen für künftige Buchungen) bleibt vorbehalten. Die Vertragsstrafe wird auf einen etwaigen Schadensersatzanspruch angerechnet.

(c) Ein Verstoß gegen dieses Verbot stellt eine schwerwiegende Vertragsverletzung dar und berechtigt Spracho zusätzlich zur außerordentlichen Kündigung gemäß § 18 Abs. 2 dieser AGB.

(d) Karenzzeit: Das Umgehungsverbot gilt für einen Zeitraum von 12 Monaten nach dem letzten über Spracho vermittelten Kontakt zwischen den betreffenden Nutzern. Können Nutzer nachweisen, dass sie einander bereits vor der Nutzung von Spracho bekannt waren, gilt das Umgehungsverbot nicht für diesen spezifischen Kontakt.

§ 11 – Kommunikation und Streitfälle

11.1 Spracho stellt neben dem In-App-Chat weitere Kommunikationsfunktionen bereit (E-Mail-Benachrichtigungen, ggf. SMS, ggf. Telegram-Benachrichtigungen).

11.2 Bei Streitigkeiten zwischen Kunde und Dolmetscher kann Spracho auf Wunsch beider Parteien eine informelle Vermittlung leisten. Spracho übernimmt hierbei keine Entscheidungsbefugnis, keine Haftung und keine Rechtspflicht zur Vermittlung. Vertragliche Ansprüche bestehen ausschließlich zwischen den Parteien.

11.3 Spracho ist nicht verpflichtet, Streitigkeiten zwischen Nutzern beizulegen, und übernimmt keine Schlichtungs- oder Schiedsrichterfunktion.

§ 12 – Nutzerinhalte und Rechte

12.1 Für Inhalte, die Nutzer auf die Plattform hochladen oder einstellen (z. B. Profiltexte, Bewertungen, Fotos), räumen sie Spracho eine nicht-exklusive, weltweite, unentgeltliche, zeitlich auf die Dauer der Kontoexistenz begrenzte Lizenz zur Anzeige, Speicherung, öffentlichen Zugänglichmachung sowie zur technisch notwendigen Bearbeitung (z. B. Größenänderung, Kompression, Formatkonvertierung, Entfernung von Metadaten) ein, soweit dies für den Betrieb der Plattform erforderlich ist. Die Lizenz erlischt mit Löschung des Nutzerkontos, soweit keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten entgegenstehen.

12.2 Nutzer sichern zu, dass sie über die erforderlichen Rechte an den hochgeladenen Inhalten verfügen und keine Rechte Dritter (insbesondere Urheber-, Persönlichkeits- oder Markenrechte) verletzen.

12.3 Marken, Logos und sonstige Kennzeichen von Spracho dürfen ohne vorherige schriftliche Zustimmung nicht genutzt werden.

§ 13 – Verschwiegenheitspflicht (NDA)

13.1 Dolmetscher verpflichten sich, über sämtliche Informationen, die ihnen im Rahmen von Dolmetschaufträgen bekannt werden, strengstes Stillschweigen zu bewahren. Dies umfasst insbesondere:

  • persönliche Daten der Kunden und Dritter,
  • medizinische Befunde, Diagnosen und Behandlungsinformationen,
  • Inhalte von Behördenterminen, Gerichtsverhandlungen und Asylverfahren,
  • finanzielle und soziale Verhältnisse,
  • alle sonstigen vertraulichen Informationen, die im Rahmen der Dolmetschertätigkeit offenbart werden.

13.2 Die Verschwiegenheitspflicht gilt zeitlich unbeschränkt und besteht auch nach Beendigung der Nutzung der Plattform fort.

13.3 Ausnahmen bestehen nur, soweit eine Offenlegung gesetzlich vorgeschrieben ist (z. B. bei gerichtlicher Anordnung) oder der Kunde ausdrücklich schriftlich eingewilligt hat.

13.4 Bei Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflicht behält sich Spracho das Recht vor, das Konto sofort und dauerhaft zu sperren (§ 18 Abs. 2). Zivilrechtliche Schadensersatzansprüche des Kunden gegen den Dolmetscher sowie strafrechtliche Konsequenzen (z. B. § 203 StGB bei bestimmten Berufsgruppen) bleiben hiervon unberührt.

§ 14 – Besondere Kategorien personenbezogener Daten (Art. 9 DSGVO)

14.1 Aufgrund der Natur von Dolmetschleistungen (z. B. bei Arztterminen, Behördengängen, Gerichtsverhandlungen, Therapiesitzungen) können im Rahmen der Plattformnutzung — insbesondere in Buchungsnotizen und im verschlüsselten Chat — besondere Kategorien personenbezogener Daten im Sinne des Art. 9 Abs. 1 DSGVO verarbeitet werden. Dies umfasst insbesondere:

  • Gesundheitsdaten (z. B. Diagnosen, Behandlungen),
  • Daten zum Sexualleben oder zur sexuellen Orientierung,
  • Daten zu religiöser oder weltanschaulicher Überzeugung,
  • Daten zu politischen Meinungen,
  • Daten zu ethnischer Herkunft,
  • Daten zu strafrechtlichen Verurteilungen und Straftaten.

14.2 Die Verarbeitung dieser Daten durch Spracho erfolgt auf Grundlage Ihrer ausdrücklichen Einwilligung gemäß Art. 9 Abs. 2 lit. a DSGVO, die Sie bei der Registrierung durch aktives Ankreuzen der entsprechenden Checkbox erteilen.

14.3 Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Der Widerruf berührt nicht die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung. Ohne diese Einwilligung ist die Nutzung der Plattform leider nicht möglich, da die Verarbeitung solcher Daten systembedingt nicht ausgeschlossen werden kann.

14.4 Wir empfehlen Nutzern, in Buchungsnotizen nur die für den Dolmetschtermin zwingend notwendigen Informationen mitzuteilen und auf überflüssige Angaben sensibler Daten zu verzichten.

§ 15 – Datenschutzrechtliche Rollenverteilung (Verantwortlichkeiten nach DSGVO)

15.1 Spracho als Verantwortlicher

Spracho ist Verantwortlicher im Sinne von Art. 4 Nr. 7 DSGVO für die Verarbeitung personenbezogener Daten im Rahmen des Plattformbetriebs. Dies umfasst insbesondere: Registrierungsdaten, Profildaten, Buchungsdaten, Zahlungsdaten (soweit durch Spracho verarbeitet), Chat-Metadaten (nicht Klartextinhalte, vgl. § 10 Abs. 2), Bewertungsdaten sowie alle sonstigen Daten, die im Rahmen der Plattformnutzung anfallen.

15.2 Dolmetscher als eigenständiger Verantwortlicher

Sobald der Dolmetscher eine Buchung annimmt und die Klardaten des Kunden erhält (Name, Adresse, Kontaktdaten, ggf. sensible Daten aus den Buchungsnotizen), wird der Dolmetscher für die weitere Verarbeitung dieser Daten im Rahmen der Erbringung der Dolmetschleistung zum eigenständigen Verantwortlichen (Independent Controller) im Sinne von Art. 4 Nr. 7 DSGVO.

15.3 Keine gemeinsame Verantwortlichkeit

Spracho und die Dolmetscher sind keine gemeinsam Verantwortlichen im Sinne von Art. 26 DSGVO. Die Datenverarbeitung durch Spracho (Plattformbetrieb und Vermittlung) und durch den Dolmetscher (Erbringung der Dolmetschleistung) erfolgt zu unterschiedlichen, eigenständigen Zwecken und mit jeweils eigener Entscheidungsbefugnis über Mittel und Zwecke der Verarbeitung.

15.4 Pflichten des Dolmetschers als Verantwortlicher

Der Dolmetscher ist ab dem Zeitpunkt der Buchungsannahme eigenständig verantwortlich für:

  • die Einhaltung der DSGVO und aller anwendbaren Datenschutzgesetze im Rahmen der Dolmetschleistung,
  • die rechtmäßige Verarbeitung der vom Kunden erhaltenen Daten (einschließlich besonderer Kategorien nach Art. 9 DSGVO),
  • die Umsetzung geeigneter technischer und organisatorischer Maßnahmen zum Schutz der Daten (Art. 32 DSGVO),
  • die Löschung oder sichere Vernichtung aller kundenbezogenen Daten nach Abschluss des Dolmetschauftrags, soweit keine gesetzliche Aufbewahrungspflicht besteht,
  • die Erfüllung von Betroffenenrechten (Art. 15–22 DSGVO), soweit sie die eigene Datenverarbeitung des Dolmetschers betreffen.

15.5 Freistellung bei Datenschutzverstößen

Der Dolmetscher stellt Spracho von sämtlichen Ansprüchen, Bußgeldern und Kosten frei, die daraus resultieren, dass der Dolmetscher seinen datenschutzrechtlichen Pflichten als eigenständiger Verantwortlicher nicht nachkommt. Dies umfasst insbesondere Bußgelder nach Art. 83 DSGVO, Schadensersatzansprüche Betroffener nach Art. 82 DSGVO sowie angemessene Rechtsverteidigungskosten.

15.6 Stripe als Auftragsverarbeiter

Für die Zahlungsabwicklung setzt Spracho die Stripe, Inc. als Auftragsverarbeiter ein. Die Datenverarbeitung durch Stripe erfolgt auf Grundlage eines Auftragsverarbeitungsvertrags (Art. 28 DSGVO). Weitere Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.

§ 16 – Telegram-Benachrichtigungen

16.1 Dolmetscher können optional ihr Telegram-Konto mit Spracho verknüpfen, um Buchungsbenachrichtigungen über Telegram zu erhalten und Buchungen über Inline-Buttons direkt anzunehmen oder abzulehnen.

16.2 Hinweis zur Datenübermittlung in Drittländer:

Telegram wird von Telegram FZ-LLC mit Sitz in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) betrieben. Für die VAE besteht kein Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission gemäß Art. 45 DSGVO. Die Übermittlung von Daten (insbesondere Telegram-Chat-ID, Buchungsdetails wie Datum, Uhrzeit, Ort) an Telegram erfolgt daher auf Grundlage Ihrer ausdrücklichen Einwilligung gemäß Art. 49 Abs. 1 lit. a DSGVO. Es besteht das Risiko, dass in den VAE kein dem EU-Recht vergleichbares Datenschutzniveau gewährleistet ist und dass Betroffenenrechte möglicherweise nicht in gleichem Umfang durchsetzbar sind.

16.3 Die Verknüpfung ist vollständig freiwillig. Alle Plattformfunktionen stehen auch ohne Telegram-Verknüpfung uneingeschränkt zur Verfügung (Benachrichtigungen erfolgen dann per E-Mail).

16.4 Die Verknüpfung kann jederzeit in den Profileinstellungen aufgehoben werden. Mit der Aufhebung wird die Einwilligung in die Datenübermittlung an Telegram widerrufen und es werden keine weiteren Daten an Telegram übermittelt.

§ 17 – Bewertungen und Badges

17.1 Bewertungen

Kunden können nach Abschluss eines Termins eine Bewertung (Sterne von 1 bis 5 und optionaler Kommentar) für den Dolmetscher abgeben. Die Bewertungsmöglichkeit steht für einen Zeitraum von 14 Tagen nach dem Termin zur Verfügung. Bewertungen müssen wahrheitsgemäß und sachlich sein. Es gelten folgende Regeln:

17.2 Moderation und Überprüfung

Spracho behält sich das Recht vor, Bewertungen, die gegen die Regeln aus § 17.1 verstoßen, ohne vorherige Ankündigung zu entfernen oder zu moderieren. Dolmetscher können im Falle einer regelwidrigen Bewertung eine Überprüfung bei support@spracho.de beantragen. Spracho wird den Antrag innerhalb von 14 Tagen prüfen und den Antragsteller über das Ergebnis informieren.

17.3 Keine Manipulation

Es ist Nutzern untersagt, Bewertungen zu manipulieren, insbesondere durch: Anbieten oder Annehmen von Vorteilen im Austausch für positive Bewertungen, Erstellen von Bewertungen über Zweitkonten, oder Einschüchterung anderer Nutzer im Zusammenhang mit Bewertungen.

17.4 Badges

Dolmetscher können auf Grundlage ihrer Aktivität auf der Plattform Badges (Auszeichnungen) erhalten, z. B. für eine bestimmte Anzahl abgeschlossener Aufträge oder Spezialisierungen (z. B. „Medizin-Experte", „Behörden-Experte"). Die Vergabekriterien werden von Spracho festgelegt und können angepasst werden. Ein Anspruch auf Verleihung besteht nicht. Spracho kann Badges bei Verstoß gegen diese AGB entziehen.

§ 18 – Haftung von Spracho

18.1 Zwingende Haftung (unbeschränkt)

Spracho haftet unbeschränkt:

  • (a) bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit,
  • (b) bei schuldhafter Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit,
  • (c) nach den Vorschriften des Produkthaftungsgesetzes,
  • (d) im Umfang einer von Spracho ausdrücklich und schriftlich übernommenen Garantie,
  • (e) bei arglistigem Verschweigen eines Mangels.

18.2 Begrenzte Haftung bei Kardinalpflichten

Bei leicht fahrlässiger Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten — d. h. Pflichten, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Vertragspartner regelmäßig vertrauen darf) ist die Haftung von Spracho der Höhe nach begrenzt auf den bei Vertragsschluss vorhersehbaren, vertragstypischen Schaden, maximal jedoch auf den Betrag der von dem betroffenen Nutzer in den letzten 12 Monaten vor dem schädigenden Ereignis an Spracho gezahlten Plattformgebühren, mindestens jedoch 100 EUR.

18.3 Haftungsausschluss im Übrigen

Im Übrigen ist die Haftung von Spracho — gleich aus welchem Rechtsgrund (Vertrag, Delikt, vorvertragliche Pflichtverletzung) — ausgeschlossen. Dies umfasst insbesondere die Haftung für:

  • entgangenen Gewinn, Vermögensschäden, mittelbare Schäden und Folgeschäden,
  • Datenverluste, soweit nicht durch § 18.1 oder § 18.2 abgedeckt,
  • Schäden aus der Nutzung oder Nichtverfügbarkeit der Plattform bei leichter Fahrlässigkeit außerhalb von Kardinalpflichten.

18.4 Haftungsausschluss für vermittelte Leistungen

Für die Durchführung und Qualität der vermittelten Dolmetschleistungen haften ausschließlich Kunde und Dolmetscher einander. Spracho übernimmt insbesondere keine Haftung für:

  • das Nichterscheinen (No-Show) von Dolmetschern oder Kunden,
  • unbezahlte Honorare zwischen Kunde und Dolmetscher,
  • inhaltliche Fehler oder Ungenauigkeiten bei der Dolmetschleistung,
  • die Qualifikation, Zuverlässigkeit oder Eignung der Dolmetscher,
  • Schäden, die aus der Kommunikation oder dem Verhalten zwischen Nutzern entstehen,
  • datenschutzrechtliche Verstöße des Dolmetschers nach Buchungsannahme (vgl. § 15).

Spracho ist kein Inkassodienstleister und nicht verpflichtet, Honorarforderungen durchzusetzen.

18.5 Freistellungsklausel

Die Nutzer stellen Spracho von sämtlichen Ansprüchen Dritter frei, die aufgrund von Inhalten, Handlungen oder Unterlassungen der Nutzer im Zusammenhang mit der Plattformnutzung geltend gemacht werden, einschließlich angemessener Rechtsverteidigungskosten. Dies gilt nicht, soweit die Nutzer die Rechtsverletzung nicht zu vertreten haben.

18.6 No-Show-System (Verwarnungen):

Bei wiederholtem Nichterscheinen von Dolmetschern behält sich Spracho das Recht vor, das betreffende Konto nach dem Drei-Verwarnungen-System (Strike-System) zu deaktivieren. Betroffene werden vor der Deaktivierung per E-Mail informiert und erhalten Gelegenheit zur Stellungnahme. Die Verwarnungen verfallen nach 12 Monaten.

18.7 Verjährung:

Ansprüche gegen Spracho aus oder im Zusammenhang mit der Plattformnutzung verjähren — soweit gesetzlich zulässig — innerhalb eines Jahres ab Kenntnis des Anspruchs, spätestens jedoch innerhalb von zwei Jahren nach Entstehung des Anspruchs. Dies gilt nicht für Ansprüche aus § 18.1.

§ 19 – Plattform-Hausrecht, Sperrung und Kündigung

19.1 Ordentliche Kündigung (ohne Angabe von Gründen)

Sowohl Spracho als auch die Nutzer können das Nutzungsverhältnis jederzeit ohne Angabe von Gründen mit einer Frist von 14 Tagen zum Monatsende in Textform (z. B. per E-Mail an support@spracho.de) kündigen. Bereits angenommene und bezahlte Buchungen, deren Termin innerhalb der Kündigungsfrist liegt, bleiben von der Kündigung unberührt und werden ordnungsgemäß abgewickelt.

19.2 Außerordentliche Kündigung / Sofortige Sperrung

Spracho behält sich das Recht vor, das Nutzungsverhältnis jederzeit fristlos zu kündigen und das Konto sofort zu sperren, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor bei:

  • Betrug oder Betrugsversuch (z. B. gefälschte Identitäten, manipulierte Zahlungsdaten),
  • Identitätsmanipulation oder Mehrfachkonten,
  • Plattformumgehung / Disintermediation gemäß § 10 Abs. 5,
  • wiederholtem oder schwerwiegendem Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflicht (§ 13),
  • wiederholtem Nichterscheinen (No-Show) nach Ausschöpfung des Strike-Systems (§ 18 Abs. 6),
  • Verbreitung rechtswidriger, beleidigender, diskriminierender oder schädlicher Inhalte,
  • Störung oder Angriff auf die Plattformsysteme,
  • sonstigen schwerwiegenden Verstößen gegen diese AGB oder geltendes Recht.

19.3 Vorübergehende Sperrung / Untersuchung

Spracho kann bei Verdacht auf Verstöße das betroffene Konto vorübergehend sperren und den Zugang zu einzelnen oder allen Funktionen einschränken, bis die Untersuchung abgeschlossen ist. Die betroffene Person wird unverzüglich per E-Mail über die Sperrung und deren Grund informiert und erhält Gelegenheit zur Stellungnahme innerhalb von 14 Tagen.

19.4 Folgen der Kündigung/Sperrung

(a) Bei ordentlicher Kündigung bleiben bereits angenommene Buchungen unberührt und sind ordnungsgemäß durchzuführen, es sei denn, die Parteien vereinbaren etwas anderes.

(b) Bei außerordentlicher Kündigung aus wichtigem Grund behält sich Spracho das Recht vor, noch offene Forderungen (z. B. unbezahlte Plattformgebühren oder Vertragsstrafen gemäß § 10.5) geltend zu machen. Etwaige angenommene, aber noch nicht durchgeführte Buchungen können durch Spracho storniert werden.

(c) Die Sperrung oder Kündigung berührt nicht die Pflicht zur Einhaltung der Verschwiegenheitspflicht (§ 13), der DSGVO-Pflichten (§ 15) und des Umgehungsverbots (§ 10.5), die über die Vertragsbeendigung hinaus fortbestehen.

(d) Gesetzliche Kündigungsrechte beider Parteien bleiben unberührt.

§ 20 – Verhaltenspflichten

Untersagt sind insbesondere:

Spracho kann bei Verstößen Inhalte entfernen, Funktionen einschränken, Verwarnungen aussprechen oder Konten vorübergehend bzw. dauerhaft sperren (§ 19).

§ 21 – Verfügbarkeit der Plattform

21.1 Es besteht kein Anspruch auf eine jederzeitige oder störungsfreie Verfügbarkeit der Plattform. Wartungen, Weiterentwicklungen und technische Störungen können zu vorübergehenden Einschränkungen führen.

21.2 Spracho bemüht sich, geplante Wartungsarbeiten rechtzeitig anzukündigen und nach Möglichkeit außerhalb der Hauptnutzungszeiten durchzuführen.

21.3 Spracho haftet nicht für Schäden, die aus vorübergehender Nichtverfügbarkeit der Plattform entstehen, es sei denn, die Haftung ergibt sich aus § 18 Abs. 1 oder Abs. 2.

§ 22 – Datenschutz-Hinweis

Spracho verarbeitet personenbezogene Daten zur Anbahnung, Durchführung und Abrechnung der Nutzungsverträge. Ausführliche Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Zur Datenschutzerklärung

§ 23 – Pflichten als Plattformbetreiber (DAC7/PStTG)

23.1 Spracho ist nach dem Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG) verpflichtet, bestimmte Steuer- und Identifikationsdaten der auf der Plattform anbietenden Dolmetscher zu erheben und jährlich an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zu melden. Hierzu gehören insbesondere: Name, Anschrift, Steuer-Identifikationsnummer, Geburtsdatum, Bankverbindung und Umsätze.

23.2 Dolmetscher sind verpflichtet, die für die PStTG-Meldung erforderlichen Daten wahrheitsgemäß und vollständig anzugeben und Änderungen unverzüglich mitzuteilen. Spracho kann bei Nichterfüllung dieser Pflicht den Zugang zur Plattform einschränken. Weitere Details finden sich in der Datenschutzerklärung und im Onboarding-Prozess.

§ 24 – Änderungen der AGB

24.1 Spracho kann diese AGB mit Wirkung für die Zukunft ändern, insbesondere bei neuen Funktionen, gesetzlichen Änderungen, höchstrichterlicher Rechtsprechung oder organisatorischen Anpassungen.

24.2 Über wesentliche Änderungen informiert Spracho die Nutzer mindestens 30 Tage vor Inkrafttreten in Textform (per E-Mail an die beim Konto hinterlegte E-Mail-Adresse). Die Änderungsmitteilung enthält: den Wortlaut der geänderten Bestimmungen, das Datum des Inkrafttretens, einen ausdrücklichen Hinweis auf das Widerspruchsrecht sowie die Folgen eines unterlassenen Widerspruchs.

24.3 Die geänderten AGB gelten als genehmigt, wenn der Nutzer nicht bis zum Zeitpunkt des Inkrafttretens in Textform (z. B. per E-Mail an support@spracho.de) widerspricht. Im Falle eines Widerspruchs endet das Nutzungsverhältnis zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der neuen AGB; bereits angenommene Buchungen werden noch nach den bisherigen AGB abgewickelt.

24.4 Maßgeblich ist die jeweils aktuelle, auf der Seite https://spracho.de/AGB/ veröffentlichte Version.

§ 25 – Verbraucherschlichtung

25.1 Spracho ist zur Teilnahme an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle weder verpflichtet noch bereit (§ 36 VSBG).

25.2 Die frühere EU-ODR-Plattform wurde zum 20.07.2025 eingestellt.

§ 26 – Schlussbestimmungen

26.1 Anwendbares Recht: Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts (CISG).

26.2 Verbraucherschutz bei grenzüberschreitenden Verträgen: Bei Verträgen mit Verbrauchern bleiben zwingende Bestimmungen des Staates, in dem der Verbraucher seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, unberührt (Art. 6 Abs. 2 Rom-I-VO).

26.3 Gerichtsstand: Gerichtsstand für Streitigkeiten mit Kaufleuten, juristischen Personen des öffentlichen Rechts oder Personen ohne allgemeinen Gerichtsstand in Deutschland ist — soweit gesetzlich zulässig — Oldenburg (Oldb.). Der gesetzliche Gerichtsstand für Verbraucher bleibt unberührt.

26.4 Salvatorische Klausel: Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB ganz oder teilweise unwirksam sein oder werden, so wird die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen hiervon nicht berührt. An die Stelle der unwirksamen Bestimmung tritt die gesetzliche Regelung. Gleiches gilt für etwaige Regelungslücken.

26.5 Textform: Soweit diese AGB Textform vorsehen, genügt eine Erklärung per E-Mail.

26.6 Keine Nebenabreden: Mündliche Nebenabreden bestehen nicht. Änderungen und Ergänzungen dieser AGB bedürfen der Textform. Dies gilt auch für die Aufhebung dieses Textformerfordernisses.

26.7 Abtretung: Der Nutzer darf Rechte und Pflichten aus dem Nutzungsverhältnis mit Spracho nicht ohne vorherige schriftliche Zustimmung von Spracho an Dritte abtreten oder übertragen.

Fragen? Kontaktieren Sie uns: support@spracho.de